Horrmanns Gourmetspitzen

Tafelspitzen von Deutschlands bekannten Restaurantkritiker

Jolesch in Berlin

Gourmetspitzen von Heinz Horrmann - Jolesch in Berlin: Und zum Schluss die süße Sünde (06. Juli 2013)

Die gutbürgerliche Küche Österreichs ist in der Hauptstadt äußerst beliebt. Ein außergewöhnliches Restaurant in der breiten Palette alpenländischer Esskultur ist gewiss das Jolesch in Kreuzberg (Muskauer Straße 1) weil hier die klassischen Gerichte  weiterentwickelt und manchmal auch sehr eigenwillig interpretiert werden. Die Jolesch-Atmosphäre ist im Sommer auf der umfassenden Straßenterrasse am intensivsten. Der Gastraum selber ähnelt einem Bahnhofswartesaal, schmucklos, ohne Tischwäsche, und Sets, auch kein Blumenschmuck, aber der grandiose Service sorgt umgehend für Wärme und Glanz. Was ich in all den Testjahren noch nicht erlebt habe, ist das geschickte Umdrehen einer berechtigten Kritik in herzlichen Beifall. Ich lehne es grundsätzlich ab, wenn ein Restaurant nur deutschen, spanischen oder hier österreichischen Wein offeriert, und nichts anderes. Der Gast soll beklommen, was er sich wünscht. So weit, so gut. >>>

Restaurant Englers in Berlin

Gourmetspitzen von Heinz Horrmann: Englers - Herrliches Ambiente, guter Service, schlechte Küche (29. Juni 2013)

Der größte Vorzug des bürgerlichen Restaurants in Dahlem ist das äußerst gepflegte Ambiente im Rahmen eines prächtigen Landhauses, alles in grün und weiß gehalten. Auch die Lage, unmittelbar am Botanischen Garten ist attraktiv. Benannt wurde das Restaurant nach Heinrich Gustav Adolf Engler, den man schon Ende des 19. Jahrhunderts zum führenden Botaniker des Landes adelte. >>>

Sudaka in Berlin

Gourmetspitzen von Heinz Horrmann: Sudaka - Großer Genuss im bescheidenen Ambiente (22. Juni 2013)

Für den ersten Eindruck gibt es manchmal doch eine zweite Chance… Das „Sudaka“ wirkte beim ersten Blick auf mich wie eine heruntergekommene Hafenkneipe. Asphalt-Fußboden wie Straßenbelag, schmucklose unverputzte Wände, keine Tischdecken, keine Tischsets. Und das Besteck steckt unappetitlich in knallbunten Plastiktaschen. Schlimm. Doch der Service knipste bereits das erste Licht an. Liebenswert wechselte der Kellner meinen Platz, weg von der lauten südamerikanischen Musik in eine ruhige Ecke. Kompetent und exzellent über die Speisen im Bilde, beriet er unermüdlich die Gäste und der Service war fortan bis zum Abschied mustergültig. >>>

VAU Berlin

Gourmetspitzen von Heinz Horrmann - Restaurant VAU in Berlin: Kulinarische Spitzenleistungen halten an (15. Juni 2013)

Wenn ich privat unterwegs bin, bestimmt allein die Lust auf ein spezielles Gericht die Wahl des Restaurants und des Kochs, dessen Spezialität das ist. Ich hatte Appetit auf soufflierten Kartoffelschmarrn mit einem Löffel Kaviar und dieses Gericht gibt es wie sonst nirgendwo im VAU in der Jägerstraße (Mitte), wo Kolja Kleeberg, der joviale und kreative Rheinländer und leidenschaftlicher Wahlberliner seit vielen Jahren den Michelin-Stern verteidigt. Kolja zaubert den Kartoffelschmarrn so leicht und fluffig, das ist ein wahres Gedicht. Der milde Imperial Kaviar kommt aus chinesischer Zucht. >>>

Daitokai Berlin

Gourmetspitzen von Heinz Horrmann: Wie die japanische Küche die Gourmandise prägt - "Daitokai" in Berlin (08. Juni 2013)

Die ganze Anmut und Liebenswürdigkeit japanischer Frauen verkörperte die junge Service-Dame im Kimono, die sich herzlich und kompetent kümmerte. Ich hatte das Glück einen Teppanyaki-Tisch für mich allein zu haben. Bei einem früheren Besuch hatte mich das sehr gewöhnungsbedürftige Daitokai–System genervt. Da werden acht bis zehn Menschen bunt zusammengewürfelt um die Teppanyaki-Tische gesetzt, ganz gleich, ob die sich nun kennen, mögen oder ob ihnen das Gelaber (in Entertainer-Lautstärke) von Stimmungskanonen auf die Nerven geht. >>>

Sra Bua by Tim Raue im Adlon Berli

Gourmetspitzen von Heinz Horrmann: Sra Bua by Tim Raue im Adlon Berlin – Kompliment! (01. Juni 2013)

So habe ich Hummer noch nie gegessen. Zu den bissfest gelassenen Scheiben duftete Rosensirup, auch Liebstöckl und den Gaumen elektrisierte grüner Chili. Eine Fülle von Aromen in brillanter Kombination zusammengeführt, begeisterte mich auch auf dem zweiten Teller: eine kleine Thunfischpizza mit gelben Rettich, dominanten Koriander und einer überraschend milden Wasabi-Mayonnaise. Ich bin zu Gast in einem außergewöhnlichen „Hip“-Restaurant, das zum Adlon gehört und vom Zwei-Sterne-Koch Tim Raue inspiriert und geführt wird: „Sra Bua by Tim Raue“. >>>

Vivavaldi im Schlosshotel Grunewald

Gourmetspitzen von Heinz Horrmann: Endlich wieder schlemmen im "Vivaldi" im Schlosshotel Grunewald (25. Mai 2013)
Endlich mal wieder ein kulinarischer Genussabend im herrlichen Kaminrestaurant „Vivaldi“ im Schlosshotel im Grunewald, das zur Zeit zur spanischen Alma-Gruppe gehört. Richtig knuspriger Schweinebauch mit Kaffir Limette und einem zarten Eis von der Gänseleber. Auch der Heilbutt, parfümiert mit Bergamotten Öl aromatischer Spargel und für das besondere  Geschmackserlebnis eine Curry-Muschelbutter. Ein Genuss und keine Alltagskost. Dafür sorgt der neue Mann, der jetzt in der Küche Regie führt: Danijel Kresovic, der ein Dutzend Stationen hinter sich hat und nach dem letzten Gastspiel im Restaurant „44“ (Swissotel Berlin) hier angekommen ist. Fraglos ein Gewinn. >>>

NY Berlin

Horrmann's Gourmetspitzen - Wie im Big Apple - Andreas "Lanni" Lanninger überzeugt mit dem "New York" - Bar & Restaurant in Berlin (18. Mai 2013)

Für mich hatte Berlin schon immer ein bisschen Optik und Atmosphäre vom New York der achtziger Jahre. Das wird jetzt mit einem Restaurant unterstrichen, dass nicht nur so heißt wie die Stadt, die niemals schläft, New York also, (am Olivaer Platz), sondern auch vom Ambiente ganz ohne weiteres dort am Hudson platziert sein könnte. Allein schon der Aufbau überzeugt: Eine großzügige Straßenterrasse, eine sich weit öffnende Bar mit attraktivem Tresen und ein Hipp-Restaurant ohne Tischwäsche, sondern mit frechen Sets und einem riesigen aufgezogenen Foto der amerikanischen Ostküsten-Metropole, Dekoration für eine ganz Wand. >>>

Fischers Fritz im Regent Hotel Berlin

Horrmanns Gourmetspitzen - Perfektion im Fischers Fritz im Regent Hotel Berlin (11. Mai 2013)

Manchmal kann sich Kritik auch ins Gegenteil wenden. Gewiss ist es ärgerlich, wenn ein ausgezeichneter Küchenkünstler zu oft nicht im eigenen Restaurant und für den kräftig zahlenden Gast nicht im Einsatz ist. Wenn allerdings die Qualität auch ohne den Meister am Herd gleichbleibend gut ist, wie ich es im Fischers Fritz, dem Gourmet-Restaurant im Regent Hotel am Gendarmenmarkt erlebt habe, bedeutet das gleichzeitig auch ein Kompliment für den abwesenden Küchenchef. Da ist seine weiße Brigade perfekt geschult. Christian Lohse, der Zauberer am Herd, der seit 7 Jahren zwei Michelin Sterne hält und damit zur absoluten Elite zählt, hat sich, das darf man ruhig sagen, angesichts vieler Offerten, in letzter Zeit ein wenig verzettelt. Gastspiele, Jurorentätigkeit, Partner von Wodarz‘ Palazzo, da fehlt dann die Zeit in der eigenen Küche. Die Palazzo-Zusammenarbeit läuft bekanntlich aus, Kolja Kleeberg ist der neue Genuss-Dirigent im Spiegelzelt, vielleicht gibt das Lohse mehr Zeit für die Basisarbeit. Anders als im Palazzo gibt es im Fischers Fritz nie Probleme mit dem qualitativ besten (und damit teuersten) Wareneinsatz, der, so Lohse – elementaren Grundlage für Spitzengerichte. >>>

Ristorante Ponte: Italienische Eleganz ohne Schicki-micki

Horrmanns Gourmetspitzen - Ristorante Ponte: Italienische Eleganz ohne Schicki-micki (04. Mai 2013)
Herzlich, ja geradezu jubilierend werden die Gäste im dunkelgetäfelten, kleinen Eck-Restaurant empfangen. Erster Eindruck: Wir sind zu einem privaten Diner unter Freunden in einem Clubheim eingeladen, Es ist aber Valter Mazzas Neuauflage  seines italienischen Ristorantes „Ponte Vecchio“ ( nach der Alten Brücke über dem Arno in Florenz benannt). Dieses Restaurant in der Nähe der Deutschen Oper war in den 80 er Jahren Kult und eines der ersten in meiner Gourmetspitzen- Reihe in dieser Zeitung. Mazzas  neues Lokal in der Regensburger Straße heißt nur noch „Ponte“ und alles ist etwas kleiner als vorher: der Gastraum, die Speisekarte und , das freut den Gast, auch die Preise, die bei den Weinen geradezu spektakulär niedrig sind, ein guter Pinot Grigio von Chopris für gerade mal 18,50 Euro, das bekommt man nicht oft. >>>

Team der Brasserie Desbrosses

Horrmanns Gourmetspitzen: Brasserie Desbrosses, ein bisschen Frankreich in Berlin (23. Februar 2013)
Oft sind es nur Details, Kleinigkeiten wie Tischwäsche, Blumenschmuck, Licht als Design, die die Atmosphäre eines Restaurants gravierend verändern können und, wenn gut gemacht, die Klasse an-heben. Weit wichtiger freilich sind Verbesserungen beim Küchenkonzept und an den Service-Leistungen für den Gast. So geschehen, gesehen und erlebt in der Brasserie Desbrosses im Ritz Carlton am Potsdamer Platz. >>>

a.choice im Hotel andel's Berlin

Horrmanns Gourmetspitzen: a.choice im Hotel andel's Berlin (16. Februar 2013)
„a.choice“, so der Name des Restaurants übersetzt, die „ Auswahl“ war in der Tat alles andere als eine schlechte Wahl. Der Gourmet-Treff im ersten Stock des Design Hotels andel’s, eines gut besuchtes Vier-Sterne-Domizils im Niemandsland der hinteren Landsberger Allee wird bei Gault  Milliau mit sehr guten 15 Punkte und zwei Hauben bewertet. Trotzdem lag das Restaurant bei unserem Besuch im Dornröschenschlaf, obwohl Hochbetrieb in der Hotel-Lobby war. Das mag an der kalten, unfreundlichen Atmosphäre, am lieblosen Ambiente liegen. Kein Deko-Stoff an der Fensterfront, kaltes Holz. Wenig Erbauliches. Da kommt Freude nur auf, weil die Service- Leiterin ( vorher 8 Jahre im Adlon ) mit Witz, Charme und fachlichem Können schlichtweg begeisterte. Am Ambiente, so verriet sie, soll zukünftig auch kräftig gearbeitet werden. >>>

Pierre Gagnaire und Roel Lintermans

Horrmanns Gourmetspitzen: Les Solistes by Pierre Gagnaire im Hotel Waldorf Astoria – Genuss auch ohne den Superstar (09. Februar 2013)
Ohne wenn und aber ist der Pariser Drei-Sterne-Koch Pierre Gagnaire schon seit Jahren für mich der beste Küchenkünstler der Welt. Für das Restaurant "Les Solistes" im Waldorf Astoria schrieb er das Konzept und steht von Zeit zu Zeit selber am Herd. Aus Überzeugung, wie er sagt, weil er Berlin so mag. Dabei ist seine Zeit total verplant, er betreut Sterne-Restaurants von Las Vegas bis Tokio. Allein seine Patenschaft im Waldorf Astoria ist eine weitere Aufwertung der Berline Gourmet-Szene. Doch wie erlebt der Gast Küche und Service im "Solistes", wenn im ganz normalen Alltag der Betrieb ohne den Superstar läuft? Berücksichtigen muss man dabei, dass wir über eines der feinsten aber auch teuersten Adressen der Berliner Gourmandise sprechen. >>>

TuBi - ein kleiner Vietnamese mit riesigen Portionen

Horrmanns Gourmetspitzen: TuBi - ein kleiner Vietnamese mit riesigen Portionen (02. Februar 2013)
Vietnam steht im Mittelpunkt. Alle großen Hotelgruppen drängen in dieses asiatische Land. Die Touristik boomt. Ob in der TV-Reiseserie Sehnsuchtsrouten, ob in den Aktionen der führenden Hotel Zusammenschlüsse oder bei den Fernreise-Schwerpunkten der Edelanbieter, überall steht plötzlich das Land, das lange Zeit nur für ein schreckliches Kriegsschicksal stand, im Blickfeld. Zwar nicht mit dem gleichen Grandezza-Tempo, aber doch immer stärker, rückt auch die Küche des geheimnisvollen asiatischen Ziels in das Zentrum des Interesses. In Berlin sind inzwischen gut zwei Dutzend vietnamesische Spezialitäten-Restaurants angesiedelt, das bedeutet Platz vier in der Rangliste der asiatischen Küchen hinter den Chinesen, Japanern und den Thai-Lokalen, aber deutlich vor den indischen und koreanischen Restaurants. >>>

Horrmanns Gourmetspitzen: Hugos Restaurant im Intercontinental Berlin - Genuss pur

Horrmanns Gourmetspitzen: Hugos Restaurant im Intercontinental Berlin - Genuss pur (26. Januar 2013)
Der Duft der edlen Perigord-Trüffel erfüllten das Restaurant, den Partyraum und die Bar des Gourmet-Domizils Hugos im Hotel InterContinental. Bei der größten jährlichen Genussveranstaltung in der Hauptstadt stand endlich mal wieder Sternekoch Thomas Kammeier im Mittelpunkt. Sonst überlässt er seinen Kollegen das laute Trommeln und die plakative Show. Unabhängig von der aufwendigen Vorbereitung dieses grandiosen Genusstreffens der Berliner Connaisseure für einen guten Zweck hat Kammeier in der Winterpause eine komplett neue Menükarte ausgetüftelt und einige Speisefolgen der Extraklasse zusammengestellt. Die günstigste Empfehlung dabei ist das Sechs-Gang (plus Amuse Bouche) Fisch-Menü (115 Euro). Dafür werden die kostbarsten Schätze des Meeres angerichtet. Ein kanadischer Hummer beispielsweise in Medaillons mit Sellerie, Zitrone, Chili und durch Nougat mit einem Hauch von Süße ergänzt. Das Bio-Eigelb (wachsweich) wird mit einer Portion Kaviar angerichtet. >>>

Bandol sur Mer Berlin

Bandol sur Mer: Gute Küche - trauriges Ambiente (19. Januar 2013)
Nicht nur edles Ambiente schafft Atmosphäre, auch erstklassiger Service, liebenswürdig praktiziert, sorgt für gute Stimmung. So habe ich es im Bandol sur Mer in der Torstraße erlebt, wo das Interieur Design einer Kantine im Schieferbruch gleicht, mit Schiefertafeln verkleidete und mit Kreide beschriftete Wände, Schiefertische ohne Tischwäsche, im kleinen Gastraum, unbequeme Stühle und unmittelbar mit dem Gastraum verbunden, eine winzige Küche, wo die beiden (zwei pro Schicht) Köche auf engstem Arbeitsplatz werkeln. Vieles in dem kleinen Restaurant ist aus der ehemaligen Kantine des fürchterlichen Zentralkomitees der ehemaligen DDR zweitverwertet. Man ist als Gast nicht nur dabei, sondern mittendrin. Soweit die Beschreibung der Optik, die in meiner Punktewertung allerdings bei 0 tendiert. In diesem Rahmen aber werden, das ist die wertvolle Kehrseite der Medaille, absolut köstliche Gerichte produziert und mit sehr viel Service-Charme dem Gast serviert. Kaum zu glauben, aber für mich ist die Gästepflege im Bandol sur Mer eine reine Offenbarung. >>>

Restaurant Grosz Berlin

Horrmanns Gourmetspitzen: Restaurant Grosz - Zum Dessert wird es spektakulär (12. Januar 2013)
Erst einmal freue ich mich über die Wiederbelebung des Kurfürstendamms. Die einst auch kulinarisch führende Prachtstraße, die aber nach der Wende stiefmütterlich behandelt wurde. Das frühere Genusszentrum, das Haus Cumberland, wo jahrzehntelang die Hautevolee ein- und ausging, wurde aufwendig restauriert und mit dem Grosz, einer Mischung aus Patisserie, Kaffeehaus, Restaurant und Bar aufgewertet. Benannt ist die ungewöhnliche Restaurant-Kombination nach George Grosz, einem Großstadtmaler der 20er-Jahre (nebenan liegt der gleichnamige Platz). Roland Mary, der das Borchardt in der Französischen Straße mit viel Einsatz zum vielleicht bekanntesten deutschen Restaurant hochgearbeitet hat, versuchte hier keine Kopie des Erfolgsrezepts vom Gendarmenmarkt, sondern bemühte sich um ein neues Konzept. >>>

Cinco by Paco Perez im Stue Hotel

Horrmanns Gourmetspitzen: Cinco by Paco Perez, der pure Genuss im Stue (05. Januar 2012)
Die internationale Kochelite drängt nach Berlin. Alain Ducasse sucht noch einen geeigneten Standort, mein Lieblingskoch Pierre Gagnaire hat die Patenschaft für das Fine Dining Restaurant „Les Solistes“ im Waldorf Astoria übernommen und Paco Perez aus dem Fünf-Sterne-Hotel Arts in Barcelona, einer der absoluten Küchenstars auf der iberischen Halbinsel, engagiert sich im neu eröffneten Designhotel Das Stue im Tiergarten. Weltweit sieht die Mehrzahl der hochhonorierten Top-Köche allein mit der Namensübertragung für ein Restaurant in der Fremde ihre Aufgabe bereits erfüllt, auch ohne aktiven Einsatz. Die Stars verzetteln sich, um schnell Kasse zu machen, aber Perez ist die Ausnahme, die bekanntlich jede Regel bestätigt. >>>

Kempinski Grill Restaurant - Küchenchef Frank Hokamp und Maître Dirk Hoffmann

Kempinski Grill Berlin - Solide Ess-Klasse (29. Dezember 2012)
Die Lust am Genießen lässt sich nicht auf bestimmte Tage konzentrieren oder abstellen. Das gilt leider auch für den traurigen Montag, an dem die Berliner Edelgastronomie durch die Bank geschlossen hat. Da war es für mich ein Glück, dass es den Kempinski Grill gibt, dieses Restaurant ohne Ruhetag. Der Grill, der in den 50er und 60er Jahren als eines der wenigen Aushängeschilder der Berliner Edelgastronomie galt und mit einem Stern ausgezeichnet war, geriet in der Folgezeit mit dem ungeahnten Höhenflug der Hauptstadt-Gourmandise eher in Vergessenheit. Diese Institution am Kurfürstendamm, 1952 gegründet, behielt trotz etlicher Renovierungen die klassische Eleganz von damals erhalten. Das ist zumindest ein Teil des unverwechselbaren Charmes des Restaurants. Für jüngere Gäste, die sich in einem Hip-Restaurant wohler fühlen, mag der Grill allerdings zu konservativ sein. >>>

Casa Italia Berlin

Den Preis wert - Heinz Horrmann besucht "GZSZ"-Schauspieler Jörn Schlönvoigt in seinem Restaurant "Casa Italia" (22. Dezember 2012)
Schauspieler mit eigenem Restaurant, das ist eine Welle, die aus Hollywood zu uns kam, immer breiter und beliebter wird und die Klatsch-Spalten füllt. In Berlin frönt beispielsweise Peer Kusmagk seinem Hobby, in der Küche zu stehen, in einem Kreuzberger Restaurant (La Raclette), Christian Kahrmann’s („Lindenstraße“) Lokal heißt „Own“ im Bötzowviertel, Marie Grönemeyer, die Tochter von Gesangs-Barde Herbert, offeriert das „O“ mit skandinavischer Küche und am längsten in Berlin existiert Ben Beckers Bar  „Trompete“ Jörn Schlönvoigt, Schauspieler aus Köpenick und als einer der Hauptdarsteller von einigen Hundert Folgen „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ sowie als flinker Tänzer bei „Let’s dance“ ein absoluter Publikumsliebling, konzipierte sein eigenes Restaurant mit italienischer Ausrichtung in der Friedrichstraße. Neben der typisch mediterranen Küche ist das Restaurant gleichzeitig Pizzeria und Spezialist für hausgemachtes Eis. Anders als Kusmagk, der ständig in seinem Lokal ist, schaut Schlönvoigt allerdings nur sporadisch rein. Er kocht lieber zu Hause, mit Freundin und TV-Partnerin Sila Sahin und backt zum Beispiel sein eigenes Brot aus Dinkelmehl. >>>

Hereinmarschiert - Heinz Horrmann besucht die Long March Canteen und genießt ein nicht ganz alltägliches Erlebnis (15. Dezember 2012)
Blenden wir mal all unsere Erfahrungen mit chinesischen Restaurants aus: Die goldene Drachen-Deko, die Schälchen mit klebrigem Reis und die von Speisen-Nummern geprägten Bestellvorgänge. In diesem Kreuzberger Eckhaus an der Wrangelstraße sieht es wie in einer von Hollywood gestalteten Opiumhöhle aus. Verwitterte Holzbalken-Decke, schummeriges Licht, bizarre Wandbilder, schemenhaft erkennbare Menschen hinter einem Holzgitterverschlag in der Küche und die Dampfschwaden aus den Edelstahltöpfen sind illuminiert und wabern durch den Raum. Nackte Holztische und hölzerne Schemel ohne Auflagen und Rückenlehnen stehen herum. Das Beste am Restaurant ist sogleich der enorm hilfsbereite, gut geschulte Kellner, der mir einen etwas bequemeren Sessel aus Hartplastik bringt. Versprochen, das ist keine Filmkulisse für einen China-Thriller: Ich bin zu Gast in der Long March Canteen. >>>