Heinz Horrmann's Hoteltest

Grandhotel Schloss Bensberg: Spitzen-Service überzeugt

Das Hotel
Vor 13 Jahren wurde das Schloss Bensberg des rheinischen Kurfürsten Jan Wellem mit einem Aufwand von 80 Millionen Euro zu einem der schönsten Grandhotels Deutschland eingerichtet. Aufwändige Dekorationen, teuerster Marmor, Antiquitäten, großzügig gestellt, Sterne-Küchen, optimaler Wellness-Bereich, sorgen für perfekten Grandhotel-Rahmen. Aus vielen Fenstern ist der freie Blick bis zum Kölner Dom möglich. Bei den Bebauungsprogrammen zwischen der Dom-Stadt und Bensberg war in der geplanten Zeit, als der Wunsch des Adels noch Befehl war, die Sichtachse vom Schloss zur gotischen Kathedrale am Rhein immer frei gehalten worden. Das Hotel, Flaggschiff der Thomas Althoff-Hotels, wurde mit dem größten und bedeutendsten Gourmetfestival im Sommer europaweit bekannt.

Zimmer und Suiten
Fortlaufend und ohne dass der Gästebetrieb gestört wird, wurden und werden die 84 Zimmer und 36 Suiten regelmäßig renoviert und aufgefrischt. Die Einrichtung ist eine Mischung aus konservativer Eleganz und behutsam eingepassten Designelementen. Die Bäder sind funktionell, in den Suiten luxuriös. Geradezu selbstverständlich, dass in einem solchen Haus angenehme Gäste-Utensilien (Shampoo, Lotion) sowie ein großes Angebot von flauschigen Handtüchern zur Verfügung stehen. Für den Gast wird der Aufenthalt im Zimmer demnach nicht so entscheidend sein, weil mit der grandiosen Bibliothek, dem außergewöhnlich großzügigem Beauty- und Spa-Bereich, Schwimmbad mit Sternenhimmel, etlichen Bars und lauschigen Ecken viel angenehmer Lebensraum angeboten wird.

Essen und Trinken
Unabhängig vom Gourmetfestival gehört das Essen und Trinken-Angebot zum Besten im Lande. Da heute immer mehr Genussmenschen Köstliches mit leichten und bekömmlichen Produkten kombinieren wollen – sie gehen ins Office, statt zum Ausritt wie zu Jan Wellems Zeiten – wurde die große Küche des Drei-Sterne-Kochs Joachim Wissler im Vendôme nicht nur kreativer, sondern naturreiner, klarer, leichter. Neben diesem Restaurant, dass als bestes deutsches in der Weltrangliste der Restaurants auf Platz zehn steht, gibt es alternativ noch die Enoteca mit italienischer Küche und das Schlossrestaurant Jan Wellem mit sehr ordentlichem Frühstücksbüffet.

Service
Von der Rezeption bis zum Spa-Bereich werden die Gäste aufmerksam gepflegt, die absolut Service-Spitze erlebte ich im Vendôme. Von der kompetenten Beratung bis zur Weinpflege war das stets mustergültig. Bei Althoff steht Mitarbeiter Schulung im Vordergrund.

Urteil
Die Breite des Angebots für den Aufenthalt des Gastes und die erstklassigen Tagungsmöglichkeiten (technisch perfekte Ausstattung) bedeuten viel Aufwand, der gewiss bezahlt werden muss. Die Zimmerraten beginnen bei 180 Euro. Da auch der Standort („Location, Location“, wie Conrad Hilton es nannte) genau in der Mitte zwischen den rheinischen Metropolen Köln und Düsseldorf liegt, mit jeweils nur einer halben Stunde Autofahrt sind das für mich ganz gewiss fünf ehrliche Sterne.