Hoteltest mit Heinz Horrmann

Maritim Airport-Hotel Düsseldorf mit "Fahrstuhlqualität" im Service - mal oben, mal unten

Das Hotel
Für ein Airport-Hotel hat das moderne, architektonisch attraktive Haus der Maritim-Kette eine perfekte Lage. Eine Fußgänger-Brücke führt von der großflächigen, glasüberdachten Lobby direkt zum Abflug am Düsseldorfer Airport. Auch sonst ist eine insgesamt gute Hotel-Konzeption erkennbar. 33 Tagungsräume und Veranstaltungskapazitäten von bis zu 5000 Personen machen das Maritim zum größten Kongresshotel in NRW. Zur Entspannung nach der Konferenz oder dem Flug lädt der Wellnessbereich mit Pool und Massageräumen ein. Weiter positiv das Qualitätssiegel für „Allergiker freundliches Hotel“ und der gesicherte Zugang zu den Hoteletagen. Leider trüben allerdings etliche Schwachstellen den guten ersten Eindruck. Das gilt vor allem für den F& B-Bereich.

Zimmer und Suiten
Die mehr funktionell als elegant eingerichteten 533 Zimmer und 38 Suiten haben eine ordentliche Größe, Flachbild-TV und Kaffeemaschinen. Die Fenster sind schallisoliert. Es wurde ein ordentlicher Arbeitsplatz geschaffen mit allen technischen Voraussetzungen. WLAN Hotspot gegen Gebühren. Das Bad hat nur Zwei-Sterne-Qualität. Die Toilette ist mitten in der Nasszelle, es gibt keine Walk-in-Dusche, der Gast muss über den hohen Wannenrand steigen und mit der klappbaren Glaswand klarkommen. Für Alleinreisende reicht das eine Waschbecken. Die Suiten sind voluminös, zwischen 50 und 200 Quadratmeter.

Essen und Trinken
Auf den ersten Blick eine große Vielfalt mit unterschiedlichen Restaurants und Bars. Leider nur auf dem Papier. Bei meinem Besuch wurde das schönste Restaurant, die Lounge im 7. Stock nur zum Sonntagsbrunch geöffnet. Das asiatische Restaurant SushiSho bleibt am Wochenende geschlossen, ebenfalls für die Öffentlichkeit nicht zugängig „Die Rheinische Stov“ mit Spezialitäten aus dem Rheinland. Im Bistro war die Speisequalität kaum durchschnittlich, die Fritten weich wie Nudeln. Das Frühstücksbüffet bietet eine umfassende Auswahl, doch sowohl Lachs als auch Schinken waren leider geschmacksneutral.

Service
Hier zeigt sich ganz besonders die „Fahrstuhlqualität“ des Hotels, mal oben, mal unten. Der mit Abstand beste Servicemitarbeiter operierte in der Halle, hatte stets die Gäste im Blick, war immer zur Stelle, wenn Hilfe angesagt war. Er hatte die blödsinnige Bezeichnung „Page“, wo „Gäste-Service-Manager“ der richtige Titel wäre. Dann öffnet sich die Schere: Lange Schlangen vor dem Eincheck-Tisch zum Frühstück, wo die Mitarbeiterin äußerst muffig agierte. Auch andere Servicekräfte hatten den „Sprechen Sie mich bloß nicht an-Blick“. Aber es gab auch sehr freundliches Personal, so an der Rezeption.

Urteil
Mit einem Fehlalarm, der alle Gäste nach draußen zwang, erlebte ich den kuriosesten Weck-Ruf in dreißig Testjahren. Mein Wake-up-Call war nämlich vergessen worden, dann heulten die Sirenen und die Morgengymnastik begann mit dem Treppenlauf aus dem siebten Stock nach draußen. Ein mehr als ärgerliche Panne. Die Vorzüge und Nachteile aufgerechnet, sind das für mich dreieinhalb ehrliche Sterne.